Mit Beschluss der Ausschuss-Sitzung vom 27.11.1985 wurde unter Vorsitz von Kurt Mohr der Trommler- und Spielmannszug Miesbach e.V. ins Leben gerufen. Die Mitgliederzahl umfasste zum Gründungszeitpunkt rund 54 Aktive und Passive.
Bereits 1986 errang die junge Gruppe beim Bezirksmusikfest in Gaißach einen 1. Rang mit Belobigung. Im April 1987 fand in Miesbach ein großes Spielmannszugtreffen mit Instrumentenweihe statt, bei dem 21 Gruppen anwesend waren. Bei zahlreichen Auftritten wie Bundes- und Bezirksmusik-, Volkstrachten- und Gaufesten, sowie Vereinsfestlichkeiten konnten schöne Erfolge verbucht werden. Am 11. Juni 1989 richtete der Trommler- und Spielmannszug das 6. Musikfest des Bezirks Isar-Mangfall in der Eishalle Miesbach aus.
Durch das Hinzukommen der Blaskapelle im Jahr 1988 wurde beschlossen, den Verein in Musikverein Miesbach e.V. umzubenennen. Die Gründung einer Blaskapelle war bereits im Aufbau des Trommler- und Spielmannszuges im Jahre 1985 geplant. Im Juni 1987 wurden dann diesbezüglich erste Gespräche mit dem 1. Bürgermeister Hans Schuhbeck sowie Herrn Dr. Gerhard Maier geführt. Bei einer Ausschuss-Sitzung am 6.7.1987 war es dann beschlossene Sache, mit dem Aufbau der Jungblaskapelle zu beginnen. Ein musikalischer Leiter wurde angeworben und per Zeitungsannonce wurden "Jungbläser" gesucht. Bis zum Jahresende 1987 standen 12 Leute mit mehr oder weniger entsprechenden musikalischer Vorbildung zur Verfügung. Leider zerschlug sich das ganze Projekt anschließend wieder aufgrund organisatorischer Schwierigkeiten. Erste Anfänge waren trotz allem gemacht und mit ungetrübtem Eifer startete Kurt Mohr im Frühjahr 1988 einen neuen Vorstoß, sein Ziel zu erreichen. Durch eine großangelegte Spendenaktion für Instrumente sowie Notenmaterial und Dank der darauf erfolgten Spenden konnten dann im April die ersten Proben mit ca. 20 Musikern (nur Anfängern!) durchgeführt werden. Bereits am 26.11.1988 fand der erste öffentliche Auftritt beim Hausmusiknachmittag, veranstaltet durch das Kulturamt der Stadt Miesbach, im Bräuwirtsaal statt.
Aktuell gibt es keinen Trommler- und Spielmannszug. Als das Interesse daran sank und nicht mehr genügend aktive Trommler und Pfeiffer dabei waren, wurde alle Energie auf die Blaskapelle konzentriert und diese mehr und mehr aufgebaut und gefördert. Das Ergebnis ist heute eine toll zusammenspielende Kapelle, deren Musikanten sich nicht nur treffen um zu musizieren, sondern wo die Kameradschaft untereinander tief verwurzelt ist.

Die Proben fanden Anfangs im Kellergeschoß der alten Grundschule statt. Diese Räume wurden gleichzeitig auch als Jugendheim verwendet, so dass die Kündigung nicht lange auf sich warten lies. Danach wurde auch das Nebenzimmer des Gasthofes "Wienerwald" und der Keller der Stadtbücherei als Übungsräume kurzzeitig benutzt.
Als mit Schreiben vom Oktober 1987 dem Trommler- und Spielmannszug von der Stadt Miesbach die Räume des Anwesens „Schlierseer Strasse 4“ zur Nutzung als Proberaum versprochen wurde, war zunächst die Freude groß. Doch es wurde bereits hier darauf hingewiesen, dass es sich bei der Überlassung der Räume auch nur um eine vorübergehende Angelegenheit handeln konnte.

Nach dem Ausscheiden des langjährigen Vorstandes Kurt Mohr verstärkte die Führungsspitze unter der Leitung des neugewählten Vorstandes Hans Brugger die Bemühungen in Sachen eigenes Vereinsheim. Zumal zu diesem Zeitpunkt bereits mehrmals der Abriss des Hauses am Habererplatz seitens der Stadt Miesbach angekündigt wurde. Bei Verhandlungen des Vereins mit der Stadt Miesbach versprach 1. Bürgermeister Dr. Gerhard Maier, dem Musikverein ein neues Zuhause zu geben. Als er am 09.08.98 beim Wieser Dorffest dem Kassier Sepp Friesl das kleine Nebengebäude des Krankenhauses in Miesbach angeboten hatte, wurde schnell gehandelt.
Kurz darauf entschied der Hauptverwaltungsausschuss der Stadt Miesbach, dem Musikverein den Zuschlag zu geben. Es wurde ein 5-jähriger Vertrag ausgehandelt, unter der Bedingung, dass das Haus ohne Beteiligung der Stadt renoviert wird.
Als dann im Spätherbst des Jahres 1998 die Umbauarbeiten begannen, konnte sich noch niemand vorstellen, dass hier einmal geprobt werden sollte. Nach einer halbjährlichen Bauphase, bei der sich viele der Mitglieder beteiligten, konnte so endlich am 11.7.99 die Einweihung mit rund 300 Gästen gefeiert werden.
Die Räumlichkeiten waren Probe-, Treff- und Anlaufpunkt für hunderte Stunden aktiven Vereinslebens und gemeinnütziger Arbeit im Verein. Umso trauriger stimmte es, dass der Vertrag zum April 2010 aufgekündigt wurde. Die Heimstätte musste erneut dem Bagger zum Opfer fallen, da das Gelände für die Erweiterung des Schulzentrums benötigt wurde.
„Wir hatten stets gehofft, dass es eine Bleibe für lange Zeit sein würde“. Dem Musikverein Miesbach e.V. ging damit eine wunderschöne, mit viel Herzblut aufgebaute, für den Zweck optimal gestaltete Vereinsstätte verloren.
Wieder kam eine Zeit der „Vereinsheim-Suche“. Es wurde geprobt beim Baumstinglhof im Gartenhäusl und danach bekam der Musikverein Miesbach die Möglichkeit, im Schulhaus des alten Klosters zu Proben.
Endlich – im Winter 2014/2015 bekam unser Verein die Zusage der Stadt Miesbach, dass die leerstehende Küche des ehemaligen Krankenhauses genutzt werden darf, sofern der Verein diese selbst ausräumt, saniert und umbaut. Hier gilt anzumerken, dass dies vor allem durch den unermüdlichen Einsatz des Vorstandes Andreas Lechner und den Bemühungen von der 1. Bürgermeisterin Frau Ingrid Pongratz zu verdanken ist. Durch fiel Eigenleistung und zahlreichen Helfern wurde aus der verlassenen Großküche langsam ein wunderbares Vereinsheim mit einem schön ausgebauten Proberaum. So hoffen wir, dass die langjährige Suche nun geendet hat und wir nun unseren festen Platz gefunden haben.

Die Blaskapelle des Musikvereins setzt sich aus rund 22 aktiven Musikanten zusammen. Sie ist aus dem Vereinsleben der Stadt Miesbach sicherlich nicht wegzudenken. Zahlreiche Auftritte bei örtlichen kulturellen wie geselligen Veranstaltungen sowie bei kirchlichen Arrangements belegen dies. Auch ist es für die Musikanten selbstverständlich, bei Anlässen wie Leonhardifahrten, St.Martinsumzügen, Maiandachten oder Prozessionen und vielen mehr mitzuwirken um unsere bayrischen Traditionen und Brauchtümer zu erhalten und fortzuführen.
Geleitet wird die Blaskapelle von Martin Irger, der zu allen Festivitäten den Taktstock schwingt oder selbst als Klarinettist mitspielt. Er ist seit 2010 beim Musikverein tätig und gibt der Musikkapelle seinen frischen Stil. Er schafft es, aus den Musikanten, die alle neben ihrem Beruf als Hobby ein Instrument spiele, das „Beste“ rauszukitzeln und das der Spaß am gemeinsamen Musizieren nie zu kurz kommt. Inzwischen hat sich der Musikverein auch schon überregional einen Namen gemacht, was auch Auftritte wie beim Straubinger Gäubodenfest oder der Alten Wiesen belegen. Mit der Aufnahme einer eigenen CD im Januar 2018 haben sich die Musikanten einen langgehegten Wunsch erfüllt und 13 ihrer beliebtesten Titel aufgenommen.
Neben den weltlichen Anlässen dirigiert Michael Hamberger das Ensemble bei allen kirchlichen Anlässen sowie bei den hierfür notwendigen Musikproben. Er begleitet den Verein bereits seit 1997.
Das Repertoire umfasst die Böhmisch-Mährische Blasmusik, Altbayerische Blasmusik sowie Konzertante Blasmusik. Die Besetzung empfiehlt sich vor allem für traditionelle bayrische Feste, Feiern, Hochzeiten und der Gestaltung von kirchlichen Anlässen.